"Niemals darf ein Mensch, ein Volk wähnen, das Ende sei gekommen. Güterverlust läßt sich ersetzen; Über anderen Verlust tröstet die Zeit; Nur ein Übel ist unheilbar: Wenn ein Volk sich selbst aufgibt." Johann Wolfgang von Goethe

Genozid der Wolgadeutschen

Vor 70 Jahren, am 28. August 1941 wurden alle Deutschen in Rußland von Stalin bzw. dem Obersten Sowjet zu Statsfeinden erklärt und erlitten in der Folge eine ungeahnte rassische Verfolgung. Einst wurden sie ja mit den Dekreten Katharinas der Großen von 1762 und 63 ins Land gerufen und hatten über nahezu 200 Jahre das Land zum Erblühen gebracht. Sie waren die erste Minderheit in der jungen Sowjetunion, die Autonomie erlangte. Die 1924 gegründete Wolgadeutsche ASS-Republik wurde durch ihren Fleiß zum Vorzeigestück sogar noch im Zuge der Zwangskollektivierung. Trotzdem waren abertausende Deutsche immer wieder Opfer von Säuberungen, Verfolgung, Deportation und Erschießungen geworden, beginnend ab der kommunistischen Machtergreifung 1917.

Mit Kriegsbeginn wurden sie nun zur Ausrottung frei gegeben, ihre Autonome Republik aufgelöst und alle Deutschen, auch aus den anderen Siedlungsgebieten von Krim, Kaukasus und Ukraine, wurden in die Weiten Kasachstans und Sibiriens deportiert, ohne Lebensmittel und Baustoffe, oder kamen als Arbeitssklaven in die Gulags.

Von etwa Einer Million deportierter Deutscher fielen an die Dreihundertausend diesem Völkermord zum Opfer! Die überlebten, wurden in der Folge ihrer Sprache und Kultur beraubt.

Auch muß dieser grausame Exodus der volksdeutschen Bevölkerung Rußlands enorm schockierend auf die Führung Deutschlands gewirkt haben, wodurch wiederum als Reaktion wohl eine bedeutende Brutalisierung deren weiteren Vorgehens ausgelöst wurde. Man sieht: die eine Unmenschlichkeit gebiert die nächste, mitunter noch größere.

Nach 1990 öffneten sich allmählich die russischen Archive. Im Jahre 2008 wurden dann der Bundeskanzlerin Merkel die Listen der Deutschen überreicht, die von 1932-33 in der Ukraine verhungert sind. Außerdem übergab die ukrainische Regierung die Listen der von 1945 bis 54 internierten Deutschen. Frau Merkel wurde gebeten, diese Informationen an die inzwischen überwiegend in Deutschland lebenden Angehörigen und Nachkommen weiter zu geben. Darauf warten diese nunmehr seit über drei Jahren! Frau Kanzlerin – brechen Sie Ihr Schweigen bitte! Oder hoffen Sie, daß sich diese unangenehme Geschichte auf biologischem Wege erledigt? Methode Aussitzen wie ihr Vorgänger? Und verschweigen wie alle Medien…

2 Kommentare zu „Genozid der Wolgadeutschen“

  • Johann Thießen:

    Lieber Herr Püschel,
    Sie sind der Erster, der auf die von Frau Merkel verschwiegene Liste (1932-33 in Ukraine verhungerten Volksdeutschen) aufmerksam geworden ist und darauf reagiert hat. Ein großen Dank für Ihren Verständnis und Interesse an der Geschichte der Volksdeutschen, bzw. Russlanddeutschen. Die Geschichte der Deutschen im Ausland ist ein Teil der gasammte Geschichte der Deutschen. Leider Wenige empfinden es so. Sie aber sind einer von denen, der es versteht.
    Im Namen meiner Volksgenossen möchte ich Ihnen ein Dank aussprechen.
    Mit heimattreuen Gruß
    Johann Thießen

    • Hans Püschel:

      Es ist ja ein wichtiges Element der Wiederherstellung deutscher Souveränität, zunächst das eigenen Selbstverständnis und Selbstbewußtsein wieder herzustellen. Wir sind nicht schlechter als alle anderen Völker, wie uns seit nunmehr 66 Jahren mit Erfolg eingebleut und anerzogen wird – die in USA geplante Reeducation. Sicher sollten wir uns auch nicht für besser halten, vllt. für arbeitsamer, disziplinierter und strebsamer. Wenn’s nicht so wäre, könnte ja wohl nicht die halbe Welt von uns übersatt und seit Jahrzehnten Geld geschenkt bekommen.
      Deshalb möchte ich stringent darauf hinweisen, daß all die hohen Rösser, auf denen unsere Erzieher sitzen und uns den Weg weisen, allesamt Holzpferde sind. Insbesondere darf der Völkermord an den Auslandsdeutschen und den Millionene Preußen vor, während und nach dem Kriege nicht mehr vergessen, vertuscht und verharmlost werden. Auch von uns selbst nicht verdrängt, sonst bringen wir selbst unsre Landsleute damit ein zweites mal um!

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© 2011 Hans Püschel