Zwangsläufiges:
Wenn ich Nazi bin, nur weil ich mit Leib und Seele für Deutschland einstehe, dann bin ich stolz, ein Nazi zu sein!

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"Niemals darf ein Mensch, ein Volk wähnen, das Ende sei gekommen. Güterverlust läßt sich ersetzen; Über anderen Verlust tröstet die Zeit; Nur ein Übel ist unheilbar: Wenn ein Volk sich selbst aufgibt." Johann Wolfgang von Goethe

Zahlen müssen immer die Anderen…

- selten die Verursacher. Ist dies ein Indiz für wachsende Dekadenz unseres Gesellschaftssystems? Kürzlich fiel ja mal das Wort von der “spätrömischen”. In der ‘großen’ Politik hat man sich schon dran gewöhnt,  aber auch hier unten im Alltagsleben ist dies Prinzip schon längst usus – nur – mitunter nicht auf den ersten Blick erkenntlich:

Wie kürzlich der MZ zu entnehmen war, wehren sich mehrere Gartenbesitzer in Granschütz, nunmehr ein Ortsteil der Stadt Hohenmölsen, gegen ihre Beauflagung mit hohen Beiträgen zur Abwasserentsorgung zwischen 3.600 und 12.000 Euro! Sie haben’s ja eigentlich schriftlich, daß ihre Gärten nicht zur Bebauung zugelassen sind. Aber offensichtlich schützt diese Tatsache nicht vor der Zwangsabgabe für eine Kläranlage. Ein derartiges Vorgehen ist allerdings kein Spezifikum des Wengelsdorfer Verbandes. Nein, auch der Bad Dürrenberger Abwasserverband treibt es genauso, wie so mancher Grundstücksbesitzer in den Teucherner Ortsteilen Krauschwitz und Trebnitz kürzlich mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen mußte. Da gilt es Bescheide von über 50.000 Euro erst mal psychisch und dann finanziell zu verkraften! Wenn da kein Stuhl in der Nähe ist, kann’s bös ausgehen und ein vorzeitiges Ableben dem Betroffenen alles Weitere ersparen, allerdings den Erben nicht.

Nun sagt sich der einfach denkende Mensch: Was haben Wiesen, Äcker und Gärten mit der Kläranlage zu tun? Die erzeugen doch gar kein Abwasser. Im Gegenteil – so manche Fuhre Mist und Faß Jauche werden dort ganz biologisch und sinnvoll der Wiederverwertung zugeführt im ewigen Kreislauf unserer Ernährung. Auch hatte man sich – als es um die Planung der Kläranlagen vor gut 20 Jahren ging – mit der Kapazitätsberechnung logischerweise nur an die Anzahl der Einwohner bzw. vorübergehenden Benutzer (wie bei Schulen, Gaststätten, Gewerbe usw.) gehalten. Dies ergab zum Beispiel im oberen Rippachtal, also für die Anlage in Zembschen, ca. 11.000 Einwohnergleichwerte. Für den Garten oder die Wiese ist da natürlich nicht geplant oder gebaut worden. Das wäre ja “bekloppt” – wie man so treffend hier dazu sagen würde. Bis dahin alles gut und richtig, ja?

Aber dann kommt’s: Unser Landesgesetzgeber, also Parlament und Regierung in Magdeburg, hatte in seiner unendlichen Weisheit beschlossen, daß man mit der Bezahlung der zu bauenden teuren Kläranlagen besser – weil einfacher – auf die Grundstückseigentümer zugreift. Die sind leichter ‘ranzukriegen als die eigentlichen Verursacher – sprich: die Menschen insgesamt im Entsorgungsgebiet. Grundstücksbesitzer sind’s bedeutend weniger und – damit wohl auch weniger Ärger und Probleme mit potentiellen Wählern.

Damit ist aber nun das Dilemma festgeschrieben: Der grundstücklose “Dreck”-Erzeuger kann sich bequem zurücklegen und aus dem Fenster zuschauen, wie dem besitzenden Nachbarn das Grundstück im Extremfall weggepfändet wird oder die Lebensersparnisse sozusagen “ins Klo gespült werden” bzw. den Kanal ‘runter’ gehen! Es muß dazu nur groß genug sein. Selber schuld: Was hat er sich auch bemüht, etwas Eigenes zu schaffen – den Garten oder das Haus? Viel besser wär’s doch gewesen, der Oma ihr klein Häuschen zu versaufen anstatt jetzt noch Abwasserbeitrag dafür zu bezahlen – oder? Vielleicht wohnt nicht mal jemand mehr darin oder es muß sogar abgerissen werden. Egal – bezahlt wird immer! Es könnte ja alles neu bebaut werden – sagen die Politiker. Aber durch und für wen? Genau DIE Politiker haben uns ja die negative Bevölkerungsprognose für Sachsen-Anhalt bei allen anderen Bereichen der Infrastruktur (wie Kitas) als dringendst zu beachten ins Stammbuch geschrieben. Nur beim Bezahlen haben sie diese Tatsache wohl offenbar selbst ‘übersehen’. Ja, wenn das Grundstück im Speckgürtel von München, Frankfurt, sogar Magdeburg oder Halle läge – einverstanden – dann könnte man gut verkaufen! Aber hier? Jwd (janz weid draußen)? Wo einem keine Bank oder Sparkasse etwas leiht. Vielleicht gar noch einem Arbeitslosen oder Rentner? Da ist denen doch Griechenland noch sicherer!

Man hätte – ähnlich wie beim Müll praktiziert – die Kosten natürlich auch direkt auf die (menschlichen) Verursacher umlegen können. Oder wenigstens nur einen Teil der Leitungskosten entsprechend der jeweiligen Straßenlänge auf die Grundstücke, wie bei anderen Energieleitungen üblich. Dies wäre noch halbwegs plausibel. Aber Gesetze von den Altbundesländern einfach abschreiben – war eben viel bequemer. Seltsam: Die Diäten-Gesetze sind für die Betroffenen nicht so dumm gelaufen!

Man hätte auch insgesamt durch etwas staatliche Koordinierung bei der Abwasser-Entsorgung viel Geld sparen können. Ja, wenn dem nicht so vielerlei private Verdienstinteressen entgegengestanden hätten. Und man reiste ja gerne durchs Land, streute großzügig überall Förderbescheide, um die Wiederwahl zu sichern, und dachte nicht weiter als bis zum nächsten Wahltermin.

Man hätte auch sorgsamer in den Verbänden mit dem Geld umgehn können – ja, natürlich! Sich nicht von Bankern einwickeln lassen, Schrottpapiere wie Swaps oder CCS zur angeblichen Zinsoptimierung zu kaufen. Bei denen keiner der Beteiligten so richtig wußte, was es für finanzielle Sprengkörper – sprich – Betrugsinstrumente sind. Oder nun wenigstens auf Schadensersatz gegen die Bank klagen, deren Managern der Betrug schon klar war. Mit einer Klage gegen den Verkäufer haben Kommunen schon Erfolg gehabt in Deutschland! Natürlich müßten der oder die Geschäftsführerin dann vorher erst mal zugeben, das sie richtig teuren “Mist” gebaut haben und den nicht noch gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfer wortreich vor der Verbandsversammlung verschleiern. Für die Bezahlung dieser teuren “Zinssicherung” – sprich Betrug – hat allein der Bad Dürrenberger ZWA vor drei Jahren 2,5 Millionen Euro zurückgestellt. Und zwar aus Umlagen der Gemeinden des oberen Rippachtales und aus allgemeinen Ertragsüberschüssen. Diese Geschäfte hatte die Commerzbank ganz clever eingefädelt und sicher auch gut dran verdient. Für solch gewaltige Summe hätte man eine ganze Menge Leitungen bauen können ohne Grundstückseigentümer zum Herzinfarkt treiben zu müssen.

So viele “man hätte”! Und allen ist gemeinsam, daß immer derjenige bezahlen muß, der die Misere absolut nicht verursacht hat. Vielleicht sollten unsere Innen- und Finanzminister einmal recherchieren, wieviel Geld da in Sachsen-Anhalt so von Kommunen und Verbänden verzockt wurde? Und anstatt Parteiverbote und Bekämpfung des Rechtsextremismus zu betreiben und zu finanzieren, könnten Stahlknecht und Bullerjahn ihren Namen alle Ehre machen und sich in den Kampf um Schadensersatz werfen. Dies wäre eine wahrhaft “fruchtbringende Gesellschaft” und Hilfe für die unschuldig Betroffenen – meint zumindest der Teucherner-Topp-Gucker!

2 Kommentare zu „Zahlen müssen immer die Anderen…“

  • EvdG:

    Waren da nicht erst Wahlen im März in Sachsen/Anhalt. Wenn ich mich entsinne, hatten damals rund 50 % kein Interesse an einer Beteiligung, der Rest hat eben jene gewählt, welche im Landtag saßen und wieder drin sitzen. Die einzige derzeitige Heimatpartei hatte 4,… % der Stimmen. Gut, daß muß man akzeptieren, aber trotzdem gilt,wie die Saat, so die Ernte. Sie wollten es doch alle so !

    • Hans Püschel:

      Ja, dem kann man nicht widersprechen:
      Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient, denn es hat sich ja genau dieselbe – so wie sie ist – gewählt….
      Alternativen will man ja nicht sehen bzw. verdrängt sie aus dem eigenen Bewußtsein.

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