Teuchern als kleine EU?
Es zeichnet sich ab, daß alles das wahr wird, was noch vor Monaten verbal und mit Händen und Füßen bestritten wurde. Die Zusicherungen zum Bestand der Kindergärten, Steuern und Gebühren – die allen Bewerbern um Bürgermeister- und Stadtratsmandat hoch und heilig bei allen Wahlveranstaltungenüber die Lippen gingen – sind nur noch Schnee von gestern! Was interessieren noch Zuständigkeiten oder gar Förderung der Ortschaften der Stadt Teuchern? Gemeinschaftlicher Umgang miteinander zum Wohle des Ganzen und aller neuen Teucherner Bürger?
Alles Phrasen! Ab damit in die Schublade für den nächsten Wahlkampf oder eine Sonntagsrede. Der politische Alltag erfordert das Abwickeln von Formalien und muß die eigene Einfallslosigkeit überdecken. Man hat seinen Posten und will den nun auch ein bißchen in Ruhe genießen. Das Motto heißt:. Wenn Ihr’s nicht so teuer wollt, dann macht Vorschläge, wo das Geld herkommen soll. Dabei hat’s man aber schon mit vollen Händen raus’ geworfen. Alternativlos natürlich – wie’s die neudeutsche Merkelsche Floskel so schön diktierend suggeriert.
Alternativlos gibt’s NIE! Man hat immer Alternativen, aber dazu braucht’s Ideen und Mut. Und genau das jedoch fehlt in der großen Politik der letzten Jahre ganz genau so wie nun auch hier im kleinen “Groß”-Teuchern. Was interessieren da Gesetze, Verträge oder Zusagen? Da werden Gemeindebüros aufgebrochen, Ortschaftsräte ohne Ortsbürgermeister einberufen, Vorschläge der Ortschaftsräte zu Straßenumbenennungen willkürlich geändert, Räte und Ortschaften ohne Information vor vollendete Tatsachen gestellt. Man könnte fast annehmen, es sei Absicht, Engagement und örtliches Leben in den Ortschaften zum Erliegen zu bringen. Wie in der EU: Eine unkontrollierbare Brüsselner Bürokratie-Krake manipuliert und diktiert alle Völker Europas!
Wer macht’s in unserer kleinen Region? Wenn ich mich in einer Gemeinschaft darum bewerbe, vorn in der erste Reihe zu stehen oder zu sitzen(?), dann kann ich doch nicht nach hinten schauen und dort nachfragen, was zu tun sei? Dann muß ICH doch – wie versprochen – auch Vorstellungen, Ideen und Wege haben, suchen und entwickeln, wie ich die Gemeinschaft nach vorn bringe, wie die Probleme zu lösen sind! Da hilft’s doch nicht, ein Loch zu stopfen und dabei ein größeres aufzureißen.
Wenn ich zum Beispiel die Situation der Krössuln-Krauschwitzer Feuerwehr betrachte, der bereits ihr Wehrleiter auf dem Wege nach oben bzw. Teuchern abhanden gekommen ist und nun auch noch der Stellvertreter genommen werden soll, dann wird’s ernst! In Person des Gemeindearbeiters war immer ein Fahrer des Einsatzfahrzeuges und Hauptakteur auch tagsüber startbereit, der nun aber die halbe Woche regionale Aufgaben anderwärts wahrnehmen soll. Insbesondere durch die Autobahn ist unsre Wehr häufig gefordert und es geht dort auch nicht nur um einen abgesoffenen Keller sondern um die Rettung von Menschenleben. Und dafür waren unsere Männer und Frauen bisher immer in der Lage, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Aber auch als es vor einigen Tagen zu einem Einsatz nach Nessa ging, weil dort eben tagsüber schon KEINE Einsatzgruppe mehr zustande kommt.
Feuerwehr ist sogar eine sogenannte Pflichtaufgabe der Gemeinde und jeder Bürgermeister und Stadtrat ist froh, wenn’s halbwegs gut läuft! Es gibt diesbezüglich schon ganz böse andere Erfahrungen in Sachsen-Anhalt. Und in Teuchern wird mit Macht dagegen gearbeitet. In Jahren Aufgebautes und Bewährtes wird über Nacht eingerissen, um kurzfristige Löcher zu stopfen. Wir folgen nun wohl dem Prinzip Skt.-Florians: zünd nicht mein’s sondern des Nachbars Haus an!
Da fällt mir so eine alte Geschichte ein, in der es zum Schluß den Wunsch gibt: Herr, laß Hirn es regnen und zwar bei den Großkopfert’n! Diesem Gebet sollten wir uns alle anschließen – meint auch beim Gedanken an die eigene Hütte der Teucherner Topp-Gucker.
